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Tipps & Tricks

Warum ein Praktikum?

Schon früh in der schulischen Karriere läuft man ihnen über den Weg: Praktika. Eines der besten Mittel, sich über seinen Berufswunsch im Klaren zu werden. Aber warum ist ein Praktikum auch heute noch so wichtig?

Ganz klar – in einem Praktikum vor Ort siehst du alles mit eigenen Augen. Den Betrieb, die Ausstattung, die Mitarbeiter. Und ganz wichtig, du bekommst ein Gefühl für das Arbeitsumfeld. 

Für die meisten Arten der Praktika (insbesondere der Schulpraktika) benötigst du keine besonderen Vorkenntnisse. Viel eher geht es darum, Einsatzbereitschaft, Interesse und Motivation zu zeigen. Dazu gehört es auch, Fragen zu stellen und den Kollegen auf den Zahn zu fühlen. Sei außerdem offen für Neues und erschrick nicht, wenn etwas nicht exakt deinen Vorstellungen entspricht. Sinn und Zweck ist es ja, Dinge kennen zu lernen und abzuwägen, ob diese für dich persönlich in Frage kommen.

Arten von Praktika
Mitten in der Schule, Langeweile in den Ferien oder Pflichtpraktikum zum Studienbeginn. Es gibt verschiedene Arten von Praktika, die alle ihren Zweck erfüllen:

BORS bzw. BOGY: sind Teil des Lehrplans der Realschulen und Gymnasien und dauern eine Woche.

Orientierungspraktikum: muss im Zuge eines Studiums oder einer Ausbildung bereits im Vorfeld absolviert werden.

Praxissemester: wird vor, nach oder im Regelfall während eines Studiums absolviert.

Freiwillige Praktika: werden meist in den Ferien gemacht und bieten sich an, um erste Einblicke in einen Beruf zu bekommen.

Alternativen zum Praktikum

Klar, ein Praktikum ist nach wie vor eine sehr gute Möglichkeit, das Wunschunternehmen und den angestrebten Beruf besser oder überhaupt kennen zu lernen. Praktika sind oft üblich bevor eine Ausbildung begonnen wird – zudem werden sie häufig im Rahmen des Lehrplans in Schulen verlangt. Aber gibt es noch andere Möglichkeiten, einem Unternehmen genau auf die Finger schauen zu können und sich mit dessen Arbeitsweise vertraut zu machen? Die gibt es: Viele davon sind bekannt, andere vielleicht überraschende Alternativen:

Betriebserkundungen
Diese Aktionstage werden von Schulen bzw. Schulklassen durchgeführt. Sie stellen eine Sonderform des Unterrichts dar. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die „echte“ Berufswelt und werden an diesem Tag selbst aktiv. Im vorangegangenen Unterricht wurde das Unternehmen oder der Beruf bereits behandelt, was den Zugang zu den Inhalten der Betriebserkundung maßgeblich erleichtert. Eine intensive Vor- und Nachbereitung im Unterricht ist also fester Bestandteil dieser Art der Berufsorientierung. Während der Zeit im Betrieb haben die Schülerinnen und Schüler einen Erkundungsauftrag oder eine Fragestellung, die selbstständig erarbeitet werden sollte. Das geschieht durch genaues Beobachten oder Befragen der Mitarbeiter. Hieraus kann sich natürlich ein informatives Gespräch entwickeln, das bei der persönlichen Berufsentscheidung hilft. 

Tag der offenen Tür / Schnuppertag / Azubi-Tag 
Es gibt viele Arten von Aktionstagen, zum großen Teil haben sie aber den gleichen Nutzen. An diesem Tag werden dir als potentiellem Azubi alle relevanten Informationen über das Unternehmen und den Ausbildungsberuf vermittelt. Sei es durch Vorträge, Gespräche oder Workshops. Nutze die Chance, mit einzelnen Mitarbeitern oder sogar angestellten Azubis ins Gespräch zu kommen. Im besten Fall hast du dir schon im Voraus Fragen überlegt, die du stellen möchtest, falls sich die Gelegenheit dazu ergibt. Stelle diese und sei interessiert – das stillt nicht nur deine Neugierde, sondern hinterlässt auch einen positiven ersten Eindruck. 

Girl’s Day / Boy’s Day
Auch in diesem Jahr finden die Zukunftstage Girl’s Day bzw. Boy’s Day wieder statt. Am 28.04.2022 werden junge Frauen und Männer in Betriebe eingeladen, die nicht unbedingt als erster Berufswunsch fallen, wenn man geschlechterspezifische Klischees aufruft. Beim Girl’s Day werden den Schülerinnen Berufe vorgestellt, die nur selten von Frauen ausgeübt werden. Das gleiche gilt für die Schüler und den äquivalenten Boy’s Day. Es geht dabei nicht darum, geschlechterspezifisch zu werben, sondern Vielfalt in die Berufswelt zu bringen. An diesem Tag wirst du mit anderen Schülerinnen oder Schülern einen Tag im Unternehmen verbringen, und viel über einen Beruf lernen, den du vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hattest. Beim Girl’s Day sind das z.B. Berufe im Bereich Informatik, technische Berufe oder Berufe im Bereich Handwerk. Beim Boy’s Day geht es eher um den sozialen Bereich oder kreative Berufe. Informationen, Kontaktdaten zu Unternehmen und alles zum Ablauf findest du unter: boys-day.de oder girls-day.de

Je nach Branche und Unternehmen, kannst du auch einen Nebenjob im Wunschbetrieb beginnen und so das Arbeitsumfeld auf elegante und lohnenswerte Art und Weise kennen lernen. Du wirst vielleicht nicht genau in dem Bereich arbeiten, den du später gern ausführen möchtest, in vielen Fällen lernst du aber trotzdem einen großen Teil des Unternehmens und die Bereiche kennen und hast einen guten Eindruck vom gesamten Umfeld. Auch Kollegen plaudern eher aus dem Nähkästchen, wenn du nicht nur „reinschnupperst“, sondern angestellt bist. Ein großer Pluspunkt ist natürlich der kleine Nebenverdienst, der sich monatlich auf deinem Konto niederschlägt. 

Aber auch im Internet und auf den Unternehmens-Websites finden sich viele Informationen zum Betrieb und den verschiedenen Berufen. Am besten du siehst dir die Homepage ganz genau an, so klären sich oft schon viele drängende Fragen vorab.