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Tipps & Tricks

Karriere in der Gastro

„Die beruflichen Anforderungen im Bereich Gastronomie haben sich geändert, ein differenzierteres, anspruchsvolleres und digitaleres Arbeitsumfeld bestimmt nun die Restaurants und Hotels. Gästeanforderungen an Küche und Service werden immer höher, Ernährungsgewohnheiten sind im Wandel. Auch in Sachen Verbraucherschutz und Hygienemanagement hat sich einiges getan. Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, werden die jeweiligen Ausbildungsordnungen der Gastronomieberufe neugestaltet. Hotelkaufleute sind beispielsweise dann Kaufleute für Hotelmanagement, Kalkulationen und Controlling werden eine bedeutendere Rolle einnehmen. Das sichert die Qualität der Ausbildung und verbessert sie stetig.“
Klaus Ringgenburger, IHK Ausbildungsberater für die Gastronomie und Kaufmännische Berufe in der Industrie.

Ein Theaterstück und die Arbeit in der Gastronomie haben nichts gemeinsam? Könnte man meinen – doch führt man sich die verschiedenen Berufe, die die Gastro-Branche mit sich bringt, mal genauer vor Augen, dann sieht man, das auch hier zum einen vor- und zum anderen hinter den Kulissen gearbeitet wird. Im Restaurantbetrieb agieren Servicekräfte für alle sichtbar und mit direktem Kontakt zum Gast. „Backstage“ stehen dagegen Köchinnen und Köche oder der Restaurantmanager.

Leider haben die Berufe in der Gastronomie rückläufige Ausbildungszahlen. Die Corona-Pandemie trägt mit Sicherheit ihren Teil dazu bei, dass die entsprechenden Berufe oft als nicht mehr als zukunftsfähig und sicher angesehen werden. Aber Gastronomen und Hotelbetriebe haben kreative Möglichkeiten entdeckt, wie trotz Schließung einer ganzen Branche weitergelebt werden kann. 

Alle Auszubildenden in diesen Berufen arbeiten für und mit Menschen, im Mittelpunkt steht immer der Gast. Schulische Voraussetzungen spielen eine eher untergeordnete Rolle: natürlich sollte die Sprache einigermaßen beherrscht werden. Sowohl für die Servicekraft als auch für den Koch ist Kopfrechnen unverzichtbar – Mathe und Deutsch sollten also keine „roten Tücher“ für dich sein. Viel wichtiger sind den Betrieben aber die persönlichen Kompetenzen: Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Teamarbeit, Höflichkeit und ein selbstbewusstes und gepflegtes Auftreten sind Pflicht. Auch deine kreative Ader kannst du in der Gastronomie ausleben: Sei es mit der Gestaltung eines Buffets oder der Kreation eines neuen Gerichts. 

Sicherlich kommt es auch mal vor, dass Stress und Hektik den Arbeitsablauf bestimmten, hier solltest du einen kühlen Kopf bewahren können und dir vor Gästen nichts anmerken lassen. 

Wie sind die Rahmenbedingungen deiner Arbeit?
Die Arbeitszeiten hängen natürlich stark davon ab, wo du deinen Beruf ausübst. Von der Frühschicht, beginnend morgens um 6 Uhr bis zur Spätschicht, die nach Mitternacht enden kann, ist alles dabei. Hauptarbeitszeit kann natürlich auch am Wochen-ende sein – dann heißt es „Arbeiten, wo und wann andere frei haben.“ Spannend sind die Arbeitsplätze. Viele ausgelernte Gastronomiekräfte bleiben nicht in ihrem Ausbildungsbetrieb – kein Wunder, das Schöne an diesen Berufen ist ja, dass sie auf der ganzen Welt ausgeübt werden. Egal ob im 5-Sterne-Hotel auf Sylt oder in der angesagten Bar in London – fast überall werden ausgelernte Fachkräfte gesucht. So kann es sein, dass dein Lebenslauf sich auf den ersten Blick zwar etwas holprig liest. Die vielen verschiedenen Stationen zeugen aber vielmehr von deiner Flexibilität und Bereitschaft, die für diese Be-rufe entscheidend sind. 

Ein großer Vorteil im Gastgewerbe sind die Aufstiegsmöglichkeiten. Nach deiner Ausbildung als Hotelfachmann kannst du beispielsweise eine kaufmännische Weiterbildung anstreben, nicht selten gesellt sich dann noch ein Studium dazu. Als Koch stehen dir ebenfalls viele Möglichkeiten offen, sei es die Spezialisierung in einem bestimmten Fachgebiet oder die Weiterbildung zum Küchenchef oder Betriebswirt. 

Die Inhalte der einzelnen Berufe unterscheiden sich mitunter stark. Wenn du wissen willst, welcher der Berufe im Gastgewerbe der richtige für dich ist, dann kannst du alle Ausbildungsinhalte und die jeweiligen Unterschiede im Detail beispielsweise hier erfahren: azubi-plus.de

  

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Interview mit Franziska Martin, Hotel Ochsen Schönwald 

Das Hotel / Restaurant zum Ochsen liegt – wunder-schön eingebettet in die Natur des Schwarzwaldes – in Schönwald. Ein ausgezeichnetes Hotel, hervor-ragende kulinarische Köstlichkeiten und ein einladender Wellnessbereich versprechen entspannte Stunden im gemütlich-modernen Ambiente. 

Barbara Martin führt seit 2002 den elterlichen Betrieb. Ihre Tochter Franziska Martin und ihr Mann Björn Dalbeck-Martin sind ebenfalls im Hotel Ochsen tätig. Franziska Martin kann bereits in jungen Jahren eine Menge Erfahrung und Know-how vor-weisen. Doch wie fing es damals an? 

Welche weiteren Gastro-Berufe bilden Sie aus und wie viele Azubis sind bei Ihnen beschäftigt?

Wir bilden Restaurantfachfrauen*männer, Hotelfachfrauen*männer und Köche/Köchinnen aus. Momentan beschäftigen wir zwei Kochlehrlinge und drei Hotelfachlehrlinge. 

Mitte dieses Jahres stehen einige Änderungen bei den Hotel- und Gastro-Berufen an. Wie dringend sind diese Ihrer Meinung nach und welche Umstände haben dazu geführt, dass diese Anpassungen nötig werden?

Die Hotellerie und Gastronomie ist einerseits eine sich immer wandelnde Branche und andererseits so eingeschlafen. Die führenden Ausbildungsbetriebe sind noch nicht im Hier und Jetzt angekommen, was ihre Lehrpraktiken angeht – leider. Meiner Meinung nach müssten die Lehrinhalte deutlich an den heutigen Standard angepasst und die Ausbildungsberufe neu definiert werden. Obwohl die Restaurantfachausbildung eine viel bessere ist, als die Hotelfachausbildung, stirbt das reine Restaurantfach langsam aber sicher aus. Hier gibt es viel Diskussionsstoff. Aber am dringendsten müssten die Ausbildungsinhalte überarbeitet werden – 80 Prozent finden keine Anwendung mehr in der Praxis. 

Muss ich mich zwischen Restaurant und Hotelbetrieb entscheiden? Welches ist der größte Unterschied?

Man lernt als Restaurantfachfrau* -mann viel mehr über die einzelnen Produkte im Restaurant und klassische Tischarbeiten. Sozusagen ist der „Refa“ der Experte und der „Hofe“ derjenige, der von allem eine Ahnung hat.. 

Können Sie das Hotel / Restaurant mit drei Worten beschreiben?

Familie, Leidenschaft und die Liebe zum Detail! 

 

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